Rauchen schadet nicht nur der Lunge, sondern auch den Zähnen. Das belegt die Langzeituntersuchung eines internationalen Wissenschaftlerteams, zu dem auch Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam gehören. Raucher haben ein 2,5 bis 3,6-fach höheres Risiko, Zähne frühzeitig zu verlieren. Hauptursache für den Zahnverlust von Rauchern sind Entzündungen des Zahnbetts (Parodontitis). Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, könnten ihr Risiko aber innerhalb kurzer Zeit verringern, betonen die Forscher. Es könne allerdings länger als zehn Jahre dauern, bis das Risiko jenem von Nichtrauchern entspricht. Die Wissenschaftler hatten mehr als 23.300 Teilnehmer beobachtet.
Frauen, die sich mit der Familienplanung befassen und eine Schwangerschaft einplanen, sollten vorher einen Mundgesundheits-Check vornehmen lassen: Manche Behandlung ist in der Schwangerschaftsphase eher riskant. Zudem kann sich eine bestehende Erkrankung wie eine Parodontitis (Zahnbettentzündung) in der Schwangerschaft verschärfen. Anders als eine oberflächliche Gingivitis (Zahnfleischentzündung) klingt diese nach Ende der Schwangerschaft auch meist nicht spurenlos wieder ab. Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie weist in einer Fachmitteilung darauf hin, dass die hormonell bedingten Veränderungen im Immunsystem bei bereits bestehender Parodontitis zu verstärkter Zerstörung des Zahnbettes führen und die Halte-Verbindung von Zahn und umliegenden Gewebe angreifen können. Die Folge ist eine erhöhte Infektionsbelastung und eine stärkere Zahnlockerung, die sich nach Geburt des Kindes nicht mehr rückbildet. Es ist insofern empfehlenswert, eine bestehende Parodontitis im Vorfeld einer Schwangerschaft weitgehend zu reduzieren.
Wer sich als Patient etwas genauer mit dem Mund, den Zähnen, den beiden Kiefern und ihrer Funktion beschäftigt, lernt schnell: Alles ist genau aufeinander ausgerichtet und arbeitet feinabgestimmt zusammen – jedenfalls, wenn alle Bereiche des Mundes nicht geschädigt oder gestört sind. Eine solche Störung und in Folge auch Schädigung der Mundgesundheit kann sich durch Verlust eines Zahnes entwickeln. Damit Kieferknochen und Gewebe gesund und fit bleiben, brauchen sie „Sport", also regelmäßige Be- und Entlastung zum Beispiel beim Kauen. Fehlt ein Zahn, entfällt an dieser Stelle der Reiz auf das Gewebe, neue Zellen zu schaffen und verloren gegangenes Gewebe, das dem natürlichen Alterungsprozess gehorcht, zu ersetzen. Wird die Lücke nicht in absehbarer Zeit wieder gefüllt, kann auch das Knochen- und Weichgewebe der direkten Nachbarzähne in Mitleidenschaft gezogen werden. Als Ersatz für den verlorenen Zahn bieten sich Implantate an, sagt DGI-Pressesprecher Prof. Dr. Germán Gómez-Román. Anders als oberflächlich aktiver Zahnersatz leiten die Implantate als „Zahnwurzelersatz" natürliche Belastungen an das Kiefergewebe weiter und unterstützen damit die Gesunderhaltung dieser Region. Nicht zuletzt würden auch die Nachbarzähne geschont: Für eine Brückenversorgung müssen sie beschliffen werden, um den Zahnersatz besser abstützen zu können. Bei einer Implantatlösung bleiben die Nachbarzähne von solchen Eingriffen verschont.
Der Wunsch vieler Patienten nach minimalinvasiveren, dennoch sicheren Möglichkeiten in der Implantologie ist – in Zusammenarbeit von Wissenschaft, Praxis und Industrie – mit einem mittlerweile eindrucksvollen Angebot an Möglichkeiten beantwortet worden. Zu den noch jungen Produkten gehören beispielsweise kurze Implantate. Wiewohl sich bei Tests ermutigende Ergebnisse zeigen, liegen – so Prof. Dr. Germán Gómez-Román, Universität Tübingen und Pressesprecher der DGI, in einem Interview – bislang noch keine Langzeitstudien vor, die ein abschließendes Urteil ermöglichen könnten. In der Tat sei es so, dass für kürzere Implantate in der Regel weniger Knochenraum gebraucht werde, auch sei im Oberkiefer bei geringerem Knochenbestand ein kurzes Implantat zumeist gewebeschonender als ein langes und bringe dann einen geringeren invasiven Aufwand mit sich. Ob ei Patient aber für kurze Implantate überhaupt geeignet ist, ließe sich erst nach eingehender Prüfung erkennen. Auch für die spätere Versorgung mit Zahnersatz stellten sich andere Herausforderungen: Die Belastbarkeit beim kurzen Implantat ist mit der bei einer langen klassischen Form nicht absolut identisch. Bei aller Unterschiedlichkeit der Implantat-Behandlungsmöglichkeiten bleibe aber eines immer wichtig, so Prof. Dr. Gómez-Román: Der sehr sorgfältigen Mundhygiene kommt eine enorme Rolle bei der Langzeitgesundheit des Implantates zu.
Wie eine Veröffentlichung der Universität Bern zeigt, finden sich säurebedingte Schäden am Zahnschmelz (Erosionen) besonders häufig bei Managern, aber auch bei der Bevölkerung, die auf dem Land lebt. Der Verlust an Zahnschmelz geht zurück auf Säure-Kontakt, dabei werden Bestandteile aus dem harten Zahnschmelz herausgelöst und dieser geschwächt. Erosionen können bei freiliegenden Zahnhälsen aber auch das empfindlichere Dentin betreffen – die Zahnschicht unter dem Zahnschmelz im sichtbaren und im normalerweise unsichtbaren Zahnwurzelbereich des Zahnes. Mit der Zerstörung der Oberfläche geht eine größere Schmerzempfindlichkeit bei Kontakt mit heißen, kalten und sauren Lebensmitteln einher. Warum Manager, unabhängig von der Art ihrer Ausbildung, ein besonderes Risiko für Erosionsschäden haben, konnte nicht festgestellt werden, so die Berner Forscher. Ein Zusammenhang mit einem erhöhten Konsum säurehaltiger Getränke (oder eventueller speichelreduzierender Antidepressiva) ist bei den ausgewerteten Studien nicht belegt. Dagegen scheint die Lebensweise auf dem Land einen Ansatz zu liefern: Hier werden mehr frische Früchte konsumiert als bei der städtischen Bevölkerung. Schadlos ist, auch das zeigt die Veröffentlichung, das Kauen von Kaugummi: Auf die Konsistenz der Zahnoberflächen hat das keinen bemerkenswerten Einfluss.
Das International Journal of Dental Hygiene (wissenschaftliches Journal zur Mundhygiene) hat eine Empfehlung veröffentlicht, die auf der Analyse vielfältiger vergleichender Studien zu vier marktüblichen medizinischen Mundspülungen basiert. Solche Mundspülungen werden aufgrund ihrer mehr oder weniger starken antiseptischen (keimabtötenden) Wirkung bei verschiedenen mundgesundheitlichen Problemen eingesetzt. Geprüft wurden die Produkte hinsichtlich ihrer Wirkung, aber auch möglicher Risiken wie beispielsweise Veränderungen in der Speichelflussrate. Die vergleichende Analyse zeigte, dass die medizinischen Mundspülungen in der Tat Vorteile mit sich bringen bei der Eindämmung bakterieller Risiken durch Plaque (Belag auf Zähnen und in Zahntaschen) – jedenfalls diejenigen Produkte, die Chlorhexidin, ätherische Öle und Cetylpyridiniumchlorid (z.B. in Ammoniumfluorid-Spülungen) enthalten. Für Produkte mit Aloe-Vera-Gel-Bestandteilen lagen keine ausreichenden Daten für eine abschließende Beurteilung vor. Es wurden bei allen getesteten Mundspülungen keine relevanten Veränderungen der Speichelflußrate festgestellt. Die Autoren der Analyse weisen aber darauf hin, dass solche Mundspülungen nur ergänzend nützlich sind bei der häuslichen Mundpflege und keineswegs allein das Risiko reduzieren, eine Parodontitis zu entwickeln: Ohne sorgfältige Mundhygiene sind auch solche Produkte nutzlos.
In der Schwangerschaft können sich aufgrund der veränderten Hormonsituation und der dadurch beeinflussten Immunantwort auch in der Mundhöhle leichter Entzündungen entwickeln. Insbesondere die äußere Schicht des Zahnfleischs kann zu deutlichen Blutungen neigen. Wie eine aktuelle Fachinformation der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie zeigt, ist für die Entzündungen eine größere Ansammlung an verschiedenen Bakterienfamilien unter dem Zahnfleischrand mitverantwortlich. Im Vergleich zu nicht-schwangeren Frauen hatten die werdenden Mütter nicht nur mehr Bakterien aus den verschiedenen Familien rund um die Zähne im Mund, sondern auch mehr von der Art, die ein großes Risiko für Zahnbettentzündungen darstellen. Offenbar passt sich der Biofilm, wie man die Bakterien-Melange nennt, der veränderten Hormon und Abwehrsituation an. Manche Bakterien können sogar ihre übliche „Ernährung" durch herausgelöste Hormone ersetzen. Andere nutzen die reduzierte Abwehr, um sich im Gewebe auszubreiten. Die „Schwangerschaftsparodontitis" klingt meist nah der Entbindung langsam wieder ab. Im ersten und dritten Trimenon der Schwnagerschaft soll, so die Fachgesellschaft, möglichst keine Zahnbettbehandlung durchgeführt werden. Um so wichtiger sei es, möglich parodontal gesund in die Schwangerschaft zu starten.
Wenn Zähne im Kiefer verschoben werden sollen, dann nutzen Kieferorthopäden Apparaturen, die einen genau ausgerechneten Druck auf den Zahn ausüben und ihn damit von einer bestehenden Stelle an eine neue schieben. Dabei wird das Gewebe, das auf dem Weg des Zahnes zu seinem Ziel liegt, belastet und zerstört – so entsteht der notwendige Platz zum Wandern. Hinter dem Zahn bildet sich dafür neues frisches Gewebe, sowohl junger Kieferknochen als auch neues Zahnfleich. Wie der Berufsverband der Kieferorthopäden in einem Beitrag für eine Patientenzeitschrift vor einigen Wochen darstellte, erklärt das den leichten Schmerz, den Kinder anfangs nach dem Einsetzen eines neuen Drahtes in die Halterungen (Brackets) spüren: Er wird „eingespannt" und sorgt mit Krafteinwirkung dafür, dass die Zähne wandern. Dabei werden auch Nervenbahnen gestresst, die entsprechend Schmerzen signalisieren.