Aktuelles aus der Praxis

Weisheitszähne: Raus - oder nicht?

Für viele Patienten stellt sich, früher oder später, die Frage, ob ihre Weisheitszähne entfernt werden sollten oder ob sie bleiben können. Während man in zurückliegenden Jahren eher zu „Ziehen" geraten hatte, um ungünstigem Druck auf die Zahnreihe vorzubeugen, geht man heute differenzierter mit der Frage um. Beispielsweise könnte ein – meist gekippt – im Knochen stehender Weisheitszahn kieferorthopädisch aufgerichtet werden und stützende Aufgaben erfüllen, wenn die Nachbarzähne entfernt werden mussten. Ohne konkrete Hinweise auf eine Störung der Mundgesundheit oder krankhafte Veränderungen, so die Bundeszahnärztekammer, sollte ein Weisheitszahn nicht gezogen werden. In der entsprechenden wissenschaftlichen Leitlinie wird eine operative Entfernung vor allem dann als notwendig bezeichnet, wenn Karies oder Wurzelentzündungen festgestellt werden, wenn in der Umgebung des Zahnes Zysten entdeckt werden, wenn ein Weisheitszahn so ungünstig steht, dass er das Zusammenbeißen der Zähne erschwert, oder auch, wenn eine Kieferoperation geplant ist, der der Weisheitszahn behindernd im Weg steht. Auch wenn der Weisheitszahn einen Schlupfwinkel für Infektionen ermöglicht, ist eine Entfernung in der Regel sinnvoll. 

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Alter: Zähne können gelblich wirken

Auch Nichtraucher können gelblich aussehende Zähne bekommen: Mit zunehmendem Lebensalter nutzt sich die Zahnschmelz-Schicht ab und das darunter liegende gelblichere „Zahnbein", fachlich: Dentin, schimmert mehr durch als dies in jungen Jahren der Fall war. Mit der dünner werdenden Schmelzschicht wirken ältere Zähne meist auch dunkler. Darauf weist Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, in einer aktuellen Pressemeldung hin. Nicht wenige Patienten erleben neben den eher optischen Beeinträchtigungen auch funktionelle: Der dünne Zahnschmelz ist riss- und sprungempfindlicher, zumal in höherem Alter auch die Speichelproduktion nachlassen kann und die Zähne, vereinfacht gesagt, etwas austrocknen. Einen auch optisch erfolgreichen Schutz können „Veneers" bieten, hauchdünne „Schalen" aus Keramik, die auf den reduzierten Zahnschmelz geklebt werden und wieder für mehr Schutz und auch hellere Farbe sorgen.

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Zahnspange darf in die Spülmaschine

Wird eine herausnehmbare kieferorthopädische Apparatur nicht gründlich gereinigt, steigt das Kariesrisiko. Manche Kieferorthopäden empfehlen ihren Patienten daher, neben der Reinigung per Bürste und der selbsttätigen chemischen Reinigung, die Zahnspange zu Hause auch in der Geschirrspülmaschine zu reinigen. Zahnmediziner der Berliner Charité haben nun erstmals die Wirkung verschiedener Spülmittel und Wassertemperaturen bei dieser Maßnahme untersucht. Resultat: Bei einer Spültemperatur von 75 Grad säuberten alle Geschirr-Reiniger die Spangen gut. Bei 45 Grad verzeichneten die Experten Unterschiede bei der Kraft verschiedener Geschirr-Reiniger. Allerdings müsse man darauf achten, so die Wissenschaftler, dass die Zahnspange nicht beschädigt wird. Der Tipp: Die Zahnspange mit geschlossenen Federn über einen vertikalen Stab im Spülsieb schieben.

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Zahnmedizin vor 14.000 Jahren

Zahnmedizinische Eingriffe nahmen schon die Jäger und Sammler in der Steinzeit vor. Anthropologen entdeckten bei Ausgrabungen in Pakistan beispielsweise 9000 Jahre alte Backenzähne mit Bohrlöchern. Doch die zahnmedizinische Tradition ist noch älter als bislang vermutet: Ein deutsch-italienisches Forscherteam entdeckte nun Spuren einer Zahnbehandlung bei einem 14.000 Jahre alten Skelett, dessen Überreste 1988 in der Felshöhle von Riparo Villabruna in Norditalien gefunden worden war. Ein kariöses Loch im Zahn wurde mit einer kleinen spitzen Steinklinge bearbeitet. „Unser Fund lässt aber darauf schließen, dass Menschen schon in der Altsteinzeit wussten, dass von Karies befallene Zähne behandelt werden müssen, indem infiziertes Gewebe entfernt und Löcher im Zahn gereinigt werden", stellt Dr. Stefano Benazzi, Hauptautor der Studie von der Universität Bologna fest.

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Implantatträger: Rauchen verändert die Mundflora

Rauchen verändert die Zusammensetzung der bakteriellen Mundflora. Das zeigt eine Untersuchung US-amerikanischer Forscher. Die Wissenschaftler analysierten bei 80 Patienten mit implantatgetragenem Zahnersatz welche Bakterienarten die Gewebe um die Implantate herum – das sogenannte peri-implantäre Gewebe – besiedelten. Die Forscher verglichen bei ihrer Studie die Mundflora von Patienten, bei denen das peri-implantäre Gewebe gesund war, mit jener von Patienten, bei denen die peri-implantäre Schleimhaut entzündet war sowie mit der Mundflora von Patienten, bei denen die Entzündung bereits auf die tieferen Gewebeschichten übergegriffen hatte (Peri-Implantitis). Bei den Rauchern fanden die Wissenschaftler sowohl eine geringere Zahl verschiedener Bakterienarten als auch einen höheren Anteil krankmachender Arten als bei Nichtrauchern. Bei den Rauchern mit Schleimhautentzündungen oder einer Peri-Implantitis war die Zahl jener Bakterienarten nochmals reduziert, welche einen positiven Beitrag zur Mundgesundheit leisten. Dies erklärt das höhere Risiko von Rauchern für einen Implantatverlust. Bildquelle: iStock

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Zahnbettentzündung: Therapietreue zahlt sich aus

Ist die Behandlung einer Zahnbettentzündung (Parodontitis) abgeschlossen, folgt eine sogenannte unterstützende Parodontaltherapie: Eine regelmäßige Untersuchung und Behandlung ist nach Abschluss der Erstbehandlung erforderlich, um zu verhindern, dass die Entzündung wieder aufflackert. Bei Patientinnen und Patienten, die ihre Kontrolltermine regelmäßig wahrnehmen, ist das Risiko für Zahnverlust deutlich geringer als bei jenen Patienten, die ihre Termine immer wieder versäumen oder verschieben. Das zeigt eine Untersuchung US-amerikanischer Forscher, die mehrere Studien erneut systematisch analysiert haben, bei denen Wissenschaftler die Auswirkungen der Therapietreue der Patienten auf den Zahnverlust untersucht hatten. Bildquelle: iStock

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Mit Musik im Ohr auf den Behandlungsstuhl

Musikhören vor, während und nach einem operativen Eingriff – zu denen auch zahnmedizinische Eingriffe gehören – kann Schmerzen und Angst der Patienten reduzieren und sorgt für einen geringeren Verbrauch schmerzlindernder Medikamente. Das berichten britische Wissenschaftler in der medizinischen Fachzeitschrift Lancet. Dass Musik solche positiven Auswirkungen hat, wissen Ärzte schon lange. Doch nun analysierten Forscher erstmals systematisch alle bislang veröffentlichten wissenschaftlichen Studien, bei denen der Einfluss der Musik mit jenem einer konventionellen Betreuung der Patienten bei einer Operation verglichen wurde. Unabhängig von der gewählten Musik und dem Zeitpunkt des Hörens, hatten die Töne positive Auswirkungen auf die Angst und Schmerzen der Patienten nach einer OP. Patienten, die Musik hörten benötigten auch weniger Schmerzmittel. Selbst wenn Patienten unter Vollnarkose operiert wurden, wirkte die Musik. Bildquelle: iStock

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Leistungssportler haben schlechte Zähne

Sport ist gesund. Doch schlecht bestellt ist es um die Mundgesundheit von Leistungssportlern. Das belegt die erneute Auswertung zahlreicher Studien durch britische Wissenschaftler. Obwohl Leistungssportler jünger sind, leidet ein hoher Anteil an Karies und Parodontitis. Bis zu 40 Prozent der Athleten geben an, dass der schlechte Zahnstatus ihre Lebensqualität beeinträchtigt. Knapp jeder fünfte Sportler berichtet, dass seine Leistungsfähigkeit darunter leidet. „Unsere Ergebnisse sind sehr irritierend", schreiben die Forscher in einer Fachzeitschrift, „da die meisten dieser Befunde verhindert werden könnten und die Sportler ansonsten sehr gesund sind." Möglicherweise spielt der hohe Konsum von gesüßten Getränken, Energy Drinks und hypotonen Getränken eine Rolle. Da bei manchen Sportarten ein niedriges Körpergewicht wichtig ist, fördert dies Essstörungen, die ebenfalls die Mundgesundheit beeinträchtigen. Die bei Anstrengungen übliche Mundatmung lässt die Mundschleimhaut austrocknen, was wiederum ebenfalls Zahnschäden fördert. Bildquelle: iStock

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